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Soziales Frühwarnsystem Landkreis Görlitz

Landkreis Görlitz, Landratsamt
Jugendamt Görlitz
Katja Barke
PF 30 01 52
02806 Görlitz

Tel.: 03581 - 878 83 50
Fax: 03583 -

E-Mail: kontakt@sfws-goerlitz.de







Was braucht (m)ein Kind?

Z wie Zivilcourage

Zivilcourage als Bürgerpflicht wurde in den letzten Monaten heiß diskutiert. Auslöser war der couragierte Einsatz eines Mannes, der sich in der Münchener SB Kinder vor Gewalt Jugendlicher schützen wollte und dabei zu Tode geprügelt wurde.

Ist Einschreiten hilfreich oder eher gefährlich?
Was bringt mir couragiertes Handeln?

Zivilcouragiertes Handeln wird grundlegend folgendermaßen charakterisiert:
(Quelle: vgl. http://www.bpb.de/media/TVU08D.pdf - S. 71)
  • Verletzung der zentralen Wertüberzeugung oder die
    Integrität einer Person
  • ein daraus resultierender Konflikt mit anderen
  • Handlungsdruck, aber auch Handlungsspielraum
  • spielt sich in Öffentlichkeit ab
  • real oder subjektiv empfundene Machtungleichgewicht bei eingreifenden Person
  • Risiken => Erfolg der Handlung ist unsicher
    Handelnde ist bereit etwaige Nachteile auf sich zu nehmen
     [Keine Beschreibung eingegeben]
Quelle: helphelp4u.he.funpic.de/.../bild_design/Auge.jpg



Zivilcouragiertes Handeln
wird grundlegend folgendermaßen charakterisiert:
(Quelle: vgl. http://www.bpb.de/media/TVU08D.pdf - S. 71)

  • Verletzung der zentralen Wertüberzeugung oder die Integrität einer Person
  • ein daraus resultierender Konflikt mit anderen
  • Handlungsdruck, aber auch Handlungsspielraum
  • spielt sich in Öffentlichkeit ab
  • real oder subjektiv empfundene Machtungleichgewicht bei eingreifenden Person
  • Risiken => Erfolg der Handlung ist unsicher
    Handelnde ist bereit etwaige Nachteile auf sich zu nehmen


Drei Arten des Handelns:
(Quelle: http://www.bpb.de/media/TVU08D.pdf - Seite 71)

  • Eingreifen - zugunsten anderer, meist in unvorhergesehenen Situationen, in die man hineingerät und schnell entscheiden muss, was man tut.
  • Sich-Einsetzen – meist ohne akuten Handlungsdruck – für allgemeine Werte, für das Recht oder für legitime Interessen anderer, vor allem in organisierten Kontexten und Institutionen.
  • Sich-Wehren - Nicht selten verbindet sich das Eintreten für andere mit dem legitimen eigenen Interesse, sich couragiert zu wehren gegen akute Zumutungen und Angriffe, besonders auch gewaltsamer Art.




Verhaltenstipps

Als Zeuge einer bedrohlichen Situation, ist es nicht immer einfach, zu wissen, was zu tun ist. Generell ist festzustellen, alles besser ist, als nichts zu tun!
Hier einige Ratschläge:

1. Konkret Hilfe suchen!
Versuche soviel wie möglich Hilfe zu organisieren. In Überzahl ist es denkbar körperlich einzugreifen oder sich im Kreis um den Täter zu stellen. Dabei ist es besser, jemanden gezielt anzusprechen, als sich ungezielt an viele Leute gleichzeitig zu wenden. Gleichzeitig solltest du dich mit einem konkreten Aufruf an Sie wenden: "Du mit dem Kapuzenpulli, steh auf und hilf mir!"

2. Telefonischer Notruf
Bei einem telefonischen Notruf musst du folgende Punkte beachten: Sag deinen vollständigen Namen! Was ist wo passiert? Von wo aus rufst du an? Nicht gleich auflegen, sondern Fragen abwarten!

3. Ruhe bewahren!
Versuche beruhigend und entspannend zu wirken. Vermeide außerdem schnelle Bewegungen, die beim Täter unkontrollierte Reaktionen auslösen können.

4. Solidarität
Signalisiere dem Opfer deine Solidarität. Bau Blickkontakt zu ihm auf oder fordere es auf zu Dir herüber zu kommen.

5. Gespräch suchen
Suche das Gespräch mit dem Angreifer. Sieh ihn dabei mit festem Blick an. Versuche deutlich, mit fester Stimme zu sprechen. Höre dem Angreifer konzentriert zu. Flehen und Unterwürfigkeit ermutigen den Angreifer nur.

6. Drohen und Beleidigen

Drohe und beleidige nicht! Das kann zur Eskalation der Situation führen. Versuche stattdessen das Verhalten zu kritisieren ohne den Angreifer persönlich anzugreifen. Die Formulierung so genannter „Ich-Botschaften“ kann sehr hilfreich sein. Es gilt die Situation zu entspannen.

7. Kein Körperkontakt!
Vermeide es den Angreifer anzufassen. Auch wenn er anscheinend nicht besonders viel Gefühl für die Rechte anderer hat – seine kennt er ganz genau. Es wird ihm also nicht passen, angefasst zu werden und ihn nur unnötig reizen. Eine körperliche Auseinandersetzung ist nur zu empfehlen, wenn ihr in der Überzahl seid und keine Waffen im Spiel sind.

8. Kreatives Handeln
Ob als Opfer als eingreifende Person, kreatives Handeln kann die Situation entscheidend beeinflussen.

9. Siezen
Es ist sinnvoll den Angreifer zu siezen und nicht zu duzen. Außenstehende wissen dann sofort, dass es sich nicht um eine kleine Streitigkeit unter Freunden handelt.

10. Zeugen
Stell dich als Zeuge zur Verfügung. Beobachte das Tatgeschehen aufmerksam und versuch dir Merkmale des Täters einzuprägen. Deine Aussage kann helfen den Täter zu fassen.

Quelle: http://www.eingreifen.de/html/anderen-helfen-zivilcourage-eingreifen.de.html




Nichts tun - ist keine Lösung:

Zivilcourage fängt bereits im Kleinen an. Es gibt viele "weniger ernsthafte" Situationen, als das SB-Bahn-Beispiel von München. Z.B. wenn ein Lehrer einen Mitschüler benachteiligt; ein Freund von dir vor einer Gruppe fertig gemacht wird - hier kannst DU / können SIE helfen:

statt Mundhalten - Hilfe anbieten
statt Wegsehen - Hinschauen
statt Weghören - Zuhören
[Keine Beschreibung eingegeben]
Bildquelle: www.spieker.biz/grundsaetzliches/drei%20affen.gif

 

Wegschauen ist keine Lösung

"Immer wieder behandeln Eltern ihre Kinder wie den letzten Dreck, beschimpfen sie auf offener Straße oder schlagen sie sogar. Die Reaktion von Passanten und Zeugen ist oft die gleiche: >Das hat noch keinem geschadet<."

Viele Menschen wissen nicht, dass die Einmischung oberste Bürgerpflicht ist - zumindestens sein sollte.
Körperliche Bestrafungen bzw. entwürdigende Äußerungen sind ein Rechtsverstoß. Wichtig ist es deshalb, Eltern auf diesen Rechtsverstoß aufmerksam zu machen.

Das deutsche Strafrecht normiert:

  • aktives Handeln (z.B. Totschlag)    
  =      Straftatbestand  
  • Nichts-Tun (z.B. Verhungernlassen oder unterlassene Hilfeleistung)
  = Straftatbestand  


=> daraus folgt, dass bei NICHT-EINSCHREITEN in eine Gefahrensituation - unterlassene Hilfeleistung nach § 323c StGB geahndet wird und mit Sanktionen von Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr oder Geldstrafen erlassen werden.

Einschreiten schützt also nicht nur vor der eigenen Rechtsverfolgung, sondern schützt auch gefährdete Kinder (generell Menschen) in Ihrer Umgebung.



Kinderschutzkampagne des Freistaates Sachsen (Quelle: http://www.familie.sachsen.de/1763.html)




Bitte seien Sie wachsam

Wenn Sie Zeuge von Gewalt gegen ein Kinder oder andere Menschen werden, bitte ergreifen Sie Initiative.
Was kann ich tun?

  • Aufmerksam für Kinder in Ihrer Nachbarschaft / Umgebung sein 
  • Interesse zeigen
  • Gesprächsbereitschaft signalisieren
  • ggf. Unterstützung anbieten
  • bei Verdacht an fachkundige Stellen wenden


Wenn Familien in Not geraten, können Sie folgende kostenfreie Beratungsangebote wahrnehmen:

           
  • Telefonseelsorge
      Tel.: 0800 - 11 10 11 1 oder 0800 - 11 10 22 2

  • Elterntelefon
  Tel.: 0800 - 11 10 55 0
 
  • Kinder- und Jugendtelefon
  Tel.: 0800 - 11 10 33 3

 


Interessante Links zum Thema Zivilcourage
(Quelle vgl. http://www.eingreifen.de/html/links.html)

http://www.polizei-beratung.de/aktionen/zivilcourage/  - Mit ihrer Informationsoffensive "Aktion-tu-was" will die Polizei innerhalb der Bevölkerung das Bewusstsein für mehr Solidarität und größere Hilfsbereitschaft stärken im Sinne von Hinsehen statt Wegschauen, Engagement statt Gleichgültigkeit:

http://www.eingreifen.de - viel Wissenswertes über Zivilcourage

http://www.schueler-mobbing.de - Umfangfreie Seite mit Infos und Tipps für Mobbing-Opfer und einem gut besuchtem Forum zum Austausch

http://www.gesicht-zeigen.de - Aktion "Gesicht zeigen" mit Informationen zur Veranstaltungen und Tipps für das eigene Handeln

http://www.soziale-verteidigung.de - Internetseite des Bundes für soziale Verteidigung - eine Organisation, die sich für gewaltfreie Konfliktbewältigung einsetzt

http://www.basta-net.de - Internetauftritt des Magazins basta!. Informationen und Beispiele für Jugendliche z.B. zu Themen wie Streitschlichtung und Zivilcourage im Klassenzimmer

http://www.zeige-courage.de - Schülerprojekt zum Thema Zivilcourage

http://helphelp4u.he.funpic.de/index.html - Internetauftritt KoPS (Kommunikation, Prävention, Sicherheit) Präventionsprojekt des Robert-Schuman-Institutes gegen Gewalt und Drogen


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