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Soziales Frühwarnsystem Landkreis Görlitz

Landkreis Görlitz, Landratsamt
Jugendamt Görlitz
Katja Barke
PF 30 01 52
02806 Görlitz

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Was braucht (m)ein Kind?

Bedürfnis nach beständigen liebevollen Beziehungen

Kinder benötigen einfühlsame und fürsorgliche Betreuung, um Vertrauen und Mitgefühl entwickeln zu können. Sie brauchen Freiräume und Möglichkeiten ihre Gefühle zu erfahren und ihren Gefühlen vertrauen zu lernen. Stabile liebevolle Beziehungen helfen zu lernen, wie man Kontakt zu anderen Menschen aufnimmt - egal ob zu gleichaltrigen Kindern oder zu Erwachsenen.

Wie viel Betreuung brauchen Kinder? Wie viel Aufmerksamkeit? Wie viel Ansprache und Kontakt zu erwachsenen Bezugspersonen? Wie viel Kontakt zu Gleichaltrigen?



Viele Fragen, die sich stellen, zumal viele Kinder nicht mehr ausschließlich von den Eltern betreut werden (können). Und nebenbei bemerkt: Allein die ausschließliche Betreuung durch die Eltern garantiert noch nicht per se die Qualität der Betreuung! Wenn Kinder also stundenweise in Betreuungseinrichtungen untergebracht werden, was brauchen sie dann dort für Bedingungen um sich wohl zu fühlen und sich gut entwickeln zu können?

Zunächst einmal: Jedes Kind ist anders und findet auch andere familiäre Rahmenbedingungen vor. Sinnvollerweise sollen Familien unterschiedliche Lebensmodelle leben können. Dennoch ist klar, dass, vor allem in den ersten Lebensjahren, konstante Beziehungen entscheidend für die gesunde Entwicklung eines Kindes sind.
Nachfolgend auszugsweise einige Empfehlungen und, wahrscheinlich diskutierbare, grobe Richtlinien von Expert*innen, welche genauer im unten angeführten Buch nachzulesen sind:

  • In den ersten drei Lebensjahren braucht jedes Kind eine oder zwei Bezugspersonen, die eine kontinuierliche, liebevolle, aktive Beziehung zu ihm pflegen.
  • Bis zum Kindergartenalter sollten Kinder sich immer in Sicht/Rufweite von Bezugspersonen aufhalten.
  • Säuglinge, Krabbelkinder und Kindergartenkinder sollten nicht mehr als ein Drittel ihrer Wachzeit vollständig sich selber überlassen sein.
  • Die übrigen zwei Drittel der Zeit sollte zwischen sog „unterstützter“ Interaktion mit der Umwelt (Erforschen der Umwelt unter Begleitung und Anleitung, gemeinsames Einkaufen etc.), sowie der direkten Interaktion mit Bezugspersonen (z.B. Schmusen, Umhertragen, Spielen) aufgeteilt werden.
  • Säuglinge und Kleinkinder benötigen mindestens vier zwanzigminütige oder längere Phasen der direkten Interaktion.
  • Kindergarten- und Vorschulkinder brauchen mindestens dreimal am Tag direkt die Gelegenheit mit Bezugspersonen zu spielen.
  • Auch während der Volksschulzeit sollte die verfügbare Zeit (nach Schule und Nachmittagsaktivitäten) zu zwei Dritteln in Anwesenheit einer Bezugsperson verbracht werden können.


Bei Fremdbetreuung sollte:

  • Jedes Kind in den ersten drei Lebensjahren eine primäre Bezugsperson haben, die es während der Jahre, in denen es die Einrichtung besucht, betreut.
  • Ein/e Betreuer*in für maximal drei Babys im ersten Lebensjahr zuständig sein.
  • Ein/e Betreuer*in maximal acht Kinder zwischen drei und vier Jahren betreuen.


Entscheidend ist also, für Kontinuität der (familiären und außerfamiliären) Bezugspersonen und die entsprechenden Rahmenbedingungen zu sorgen. Also sind z. B. bei professioneller Betreuung eine entsprechende Ausbildung und Bezahlung des Personals, Kontinuität und adäquate Gruppengrößen zu gewährleisten. Es geht darum, die richtige Mischung zwischen aktiver Betreuung, Dasein und zur Verfügung stehen und Selbstbeschäftigung zu finden. Dies ist unabhängig davon, ob das Kind überwiegend zu Hause, teilweise oder in größerem Ausmaß fremdbetreut wird.

Quellenangabe - Lupe *Quelle: „Die sieben Grundbedürfnisse von Kindern“, T. Berry Brazelton, Stanley I Greenspan; Beltz Verlag




letzte Aktualisierung 09.08.2016

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